Wie Fast Food Konsum Körper & Geist schadet

Fast Food Konsum hat neben den offensichtlichen Nachteilen (Kalorienreich) noch viele weitere gravierende Auswirkungen, die meiner Meinung nach bisher zu wenig Beachtung bekommen.
Anhand mehrerer Studien und eigener Erlebnisse will ich dir aufzeigen, dass Fast Food Konsum erstens suchterzeugend ist und gleichzeitig zweitens:  Nicht nur nicht gesund, sondern wirklich messbar und spürbar schädlich!

Fast Food – Was ist das?

Der Kunstbegriff “Junk Food” (engl: junk = müll, food= essen)  beschreibt stark fett-, salz-, oder zuckerhaltige Lebensmittel und Fertiggerichte.
In wenigen Minuten verzehrbereit – daher auch Fast Food (“schnelles Essen”).
Beides sind Sammelbegriffe für Burger, Döner, Tiefkühlpizzen, künstliche Limonaden, Kartoffelchips usw.

Welche Rolle spielt Fast Food heutzutage?

Fast Food bzw Junk-Food, kommend vor allem aus den USA, hat sich in den letzten Jahrzehnten fast weltweit ausgebreitet.
Hier eine sehr anschauliche Karte: Je mehr McDonalds Filialen in einem Land, desto größer wird es dargestellt.

Fast Food Konsum Weltkarte
Fast Food Konsum Weltkarte

30 000 Filialen weltweit, 45% davon befinden sich in der USA. Danach folgen Japan, Deutschland, Kanada und England.
China und Indonesien holen zur Zeit stark auf & in Afrika gibt es insgesamt nur 150 Filialen.

Ich sehe diese Entwicklung mit eigenen Augen seit mehreren Jahren in Südostasien.
Westliche Fast Food Ketten erfreuen sich in den asiatischen Großstädten einer großen Beliebtheit. Die Menschen dort übernehmen unkritisch unseren westlichen Lebensstil – konsumieren mehr, essen ungesünder, verfallen in TV induzierte Hypnose.
Schreckliche Entwicklung wie ich finde…aber ich will nicht zu sehr abschweifen 😉

Es ist leider keine Übertreibung sondern Realität: Sogar an Orten wo es nicht mal rund um die Uhr Strom gibt; oder in Kambodscha – wo Menschen verhungern, kann man Coca Cola Plastikflaschen kaufen.

Die “Bequemlichkeitsvorteile” liegen auf der Hand:

  • Fast Food ist extrem schnell zubereitet und quasi überall rund um die Uhr verfügbar – im Gegensatz zu gesunden Alternativen…
  • Junk Food ist sehr billig (pro Kalorie)
  • Junk Food schmeckt – oder anders gesagt: Es über-stimuliert unsere Gehirne (dazu gleich mehr)
Das beliebteste Fast Food der Deutschen
Das beliebteste Fast Food der Deutschen

=> Interessant ist: Wenn man die Prozentzahlen der Männer addiert, kommt ungefähr 90% raus. Die restlichen 10% entsprechen höchstwahrscheinlich  denen, die nichts von all dem essen.
Korreliert also ungefähr  mit den 10% Vegetariern in Deutschland.

Hier einige Probleme zusammengefasst, die sich daraus unmittelbar ergeben:

  • Wer dieses schnelle Essen konsumiert, kann unmöglich darauf achten und wissen was er/sie da wirklich zu sich nimmt.
  • Fast Food Konsum führt zwangsläufig zur Aufnahme mehr haltbar machenden Zusatzstoffen und Antibiotika.
  • Wer übermäßig viel Fleisch ist, fördert damit Massentierhaltungen und Monokulturen
    => und damit indirekt auch die Abholzung von Regenwald, denn das Futter für Europas Mastschweine wächst in Brasilien

Denn: Wie kann dieses Essen so billig sein?

Es funktioniert theoretisch und praktisch nur wegen landwirtschaftlicher Monokultur…und diese funktioniert nur mit intensivem Pestizideinsatz. Die belastete (und mittlerweile auch genmanipulierte) Ernte wird daraufhin an leidende Tiere in Massentierhaltungen verfüttert – die nur überleben, weil sie mit Antibiotika am Leben erhalten werden … bis sie schlachtreif sind.
Und dieses Fleisch essen dann WIR…das ist leider die Realität mein Freund.

“Wenn der moderne Mensch die Tiere, deren er sich als Nahrung bedient, selbst töten müsste, würde die Anzahl der Pflanzenesser ins Ungemessene steigen.”
Christian Morgenstern (1922)

“Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden!”
Oliver Hassencamp, dt. Schriftsteller

Macht Fast Food Konsum süchtig?

Einiges spricht dafür:
Nora D. Volkow, Direktorin des “National Institute on Drug Abuse” (NIDA) , sagte dass es alleine im Jahr 2010 über 20 Studien gab, die eindeutig auf die suchterzeugende Wirkung hinweisen.
Sie untersuchte vor allem stark überzuckerte und Glukosesirup haltige Lebensmittel.

Wenn man einem Kokain süchtigen Bilder eines weißen Pulvers zeigt, wird der Frontal Cortex im Hirn aktiviert und schüttet Dopamin aus – ein Bereich der für Entscheidungsfindung zuständig ist.
Der Süchtige verspürt Lust auf den nächsten Rausch…und wird meist dementsprechend entscheiden.
Das selbe passiert, so fand man heraus, bei “zwanghaften Essern”, wenn man ihnen Bilder ihrer Lieblingsspeisen zeigt.
Volkow: “Wir fanden enorme Übereinstimmungen zwischen der Drogen Wirkweise im Gehirn und der des Essens. Die Daten sind so eindeutig, dass sie akzeptiert werden müssen!”

Man kann argumentieren, dass es für die Evolution Sinn machte diesen überlebenswichtigen Vorgang der Nahrungsaufnahme mit Glückshormonen zu belohnen.
Stimmt, das macht tatsächlich Sinn, genau wie der Orgasmus als Belohnung für Fortpflanzung – aber es gibt Hinweise, dass heutzutage trotzdem etwas anders ist:

Ashley Gearhardt von der  Yale Universität, fügt hinzu, dass Fast Food Konsum die selben Hirnareale aktiviert wie bei Drogenabhängigen – während der Konsum eines neutralen Getränks diese Hirnareale nicht aktiviert.
“Dieser Tatbestand unterstützt die Theorie, dass Fast Food Konsum von einer erhöhten Vorfreude (des Hirns) auf die anschließende Belohnung, gesteuert wird.”
Die “Belohnung der Nahrungsaufnahme” auf neuronaler Ebene, ist wie gesagt eine Ausschüttung chemischer Botenstoffe, allen voran Dopamin, Serotonin.
Hier wird von einer “erhöhten Vorfreude” gesprochen, die zu “zwanghaftem Essen” verleitet. Das ist ein riesen Unterschied zu “normaler Vorfreude” die zu “normalem Essen” verleitet.

 

Warum genau entsteht diese erhöhte Vorfreude?

Dr. Martin Grosshans, der an der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin in Mannheim tätig ist, bringt es schön auf den Punkt:
„Das Wissen um das positive Gefühl, das beim Essen von Süßem und damit kalorienreichen Speisen entsteht, hat in der Vergangenheit zum Überleben des Menschen beigetragen. Denn kalorienreiche Nahrung war oft nur sehr begrenzt vorhanden.”
Interessant. Nur ist diese kalorienreiche Nahrung heutzutage immer und überall verfügbar.
Wir haben es also mit einem Mechanismus zu tun, der aus evolutionärer Sicht Sinn machte, und heute von Lebensmittelkonzernen missbraucht wird.

Natürlich wissen diese Konzerne, dass ihre Produkte süchtig machen –  aber daran verdienen sie und daher werden sie auch nicht dazu beitragen dieses Wissen zu verbreiten oder sogar etwas zu ändern.

Jedenfalls, dieser als angenehm empfundene Dopamin “kick” ist es der zur Sucht verleitet  – wie bei einem Drogenrausch.
Diesen “Kick”  verknüpft das Gehirn mit dem eben gegessenen Nahrungsmittel und wird in Zukunft wieder danach Verlangen.
Die Über-Stimulierung der Dopamin Rezeptoren führt dazu, dass der Konsument immer größere Mengen seines Stoffes braucht, um die selbe Dopamin Menge auszuschütten.
Der “Fast Food” Konsument unterliegt also dem selben Mechanismus, wie der Heroin Junkie, der nach dem nächsten Schuss verlangt und das in immer kürzeren zeitlichen Abständen.

Hier noch ein sehr sehr wichtiger Zusammenhang:
Diese künstlich erzeugte, hohe Dopamin Ausschüttung beeinflusst auch Tätigkeiten die natürlicherweise Dopamin Ausschütten – Sport, Sex usw.
Da diese jetzt verhältnismäßig weniger Dopamin freisetzten (denn das Gehirn ist nach Fast Food Konsum mehr gewöhnt), nimmt auch die Motivation ab diese Tätigkeiten auszuführen!
Das bedeutet, man kann direkt logisch folgern, dass Fast Food Konsum nicht nur dick macht, sondern dich auch gleichzeitig tatsächlich weniger Sport treiben lässt!
Auch diese verringerte Motivation hat man bei Ratten feststellen können.

Hier eine weitere Studie zur Fast Food Sucht:
Eine erste Gruppe Ratten bekam eine gesunde Nahrung, die zweite Gruppe die selbe gesunde Nahrung PLUS Zugang zu ungesundem “Fast Food” – und zwar soviel sie wollten.
Nach kurzer Zeit nahm diese zweite Gruppe die doppelte Menge Kalorien zu sich und die Ratten nahmen an Gewicht zu.
Man wollte nun sehen, wie weit die Tiere gehen um ihre Sucht zu stillen – man verabreichte Junk Food nur noch zusammen mit Elektroschocks
Die Forscher nahmen die süchtige Gruppe und eine neutrale Testgruppe die bisher noch nie Junk Food probierte.
…du kannst dir denken was passiert ist: Die Ratten der Testgruppe waren nicht bereit für Junk Food Stromstöße zu akzeptieren, während es den bereits abhängigen egal war – sie fraßen unter Schmerzen weiter!
Und es wird sogar noch extremer!
Danach nahm man wieder die süchtige Gruppe und entzog ihnen das Ungesunde Essen komplett und fütterte sie wieder mit dem selben gesunden Futter, womit die groß gezogen wurden…
bzw man wollte sie damit füttern: Denn diese nach Fast Food süchtig gewordenen Ratten verweigerten sich dem und hungerten lieber wochenlang!

Warum werden also nicht alle Fast Food Konsumenten zu unkontrolliert essenden Übergewichtigen?

Die Forscher beantworten diese Frage mit dem sozialen Druck, der aus gesellschaftlichen Schönheitsidealen entspringt. Bei Ratten fehlt dieser Aspekt, daher fressen sie ungezügelt.
Desweiteren wissen wir, zumindest theoretisch, dass eine solche Ernährung uns schadet.

Es scheint gar nicht so leicht zu sein mit bloßer Willenskraft seine Ernährung umzustellen. Eine tatsächliche Sucht wirkt im Gehirn, wie diese Studien klar zeigen.
Diese subtil wirkenden Süchte tricksen unser Gehirn und unsere bewusste Willenskraft aus. Vielleicht äußern sie sich nur in Gedanken wie “…hab Lust auf ne Cola.”, “Ein Burger wäre jetzt richtig gut.”.
Übrigens sind wir besonders in emotional angeschlagenen Momenten anfällig für solche Fressattacken (engl.: “sugar craving” = “Gier nach Zucker”) – nach Streit mit dem Partner, betrunken, usw.
Überlege für dich selbst:
Spürst du manchmal ein ungewöhnlich starkes Verlangen nach Schokolade, Chips, Cola?

Wie Fast Food Konsum deinem Hirn schadet

Wir wissen jetzt also von der Suchterzeugenden Wirkung.
Jetzt sehen wir uns die tatsächlichen, zerstörerischen Auswirkungen auf unsere Gehirne an.

Man fand heraus, dass sehr fettige Lebensmittel (d.h. Burger usw) die Neurogenese (= Entstehen neuer Nervenzellen) des Gehirns störend beeinflussen.
Stark Zucker-, und Fetthaltige Speisen stören den Insulin Level des Gehirns und ersetzten die wichtigen Omega 3 Fette, die für den Aufbau und Erhalt von Zellen entscheidend sind. Daraus folgt ein schlechteres Gedächtnis, eine erhöhte Krebsgefahr und man altert schneller!

Daher noch ein kurzer Absatz zu den Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren und in welchem Verhältnis diese stehen sollten.
Während Omega-6-Fettsäuren die Blutgefäße verengen und Entzündungen fördern, bewirken Omega-3-Fettsäuren das Gegenteil.
Das richtige Verhältnis wäre irgendetwas von 2:1 bis 4:1, heutzutage sind wir aber 15:1 – 25:1 !

Ein bisschen anders drückt es Professor Horvath von der Humboldt-Stiftung aus:
“(…) Fischöl, mit Omega-3-Fettsäuren. Das schützt die Zellen vor den Abfallprodukten des Stoffwechsels. Diesen Effekt haben wir auch wissenschaftlich untersucht. Bei der Energieumwandlung in den Mitochondrien entstehen freie Radikale, die den Zellen schaden und so den Körper altern lassen oder Krebs begünstigen”

Das heißt also, Fast Food Konsum sorgt dafür, dass viele Abfallprodukte beim Stoffwechsel entstehen UND erschwert gleichzeitig deren Abtransport, da es die Omega 3 Fettsäure ersetzt…
Zusätzlich wird das Entstehen neuer Zellen erschwert UND alle übrigen alten Zellen erfahren eine größere Belastung durch die Abfallprodukte des Stoffwechsels.

Das bedeutet: Unsere heutigen Zuckerbomben fördern eine Verengung der Blutgefäße  und erschweren den Abtransport von Abfallprodukten – und das hängt zusammen mit….
Schlaganfälle. Eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland.

Beide Studien empfehlen Fischöl als natürliche Omega 3 Quelle.
Ich habe erst einmal selbst Fischöl als Nahrungsergänzung eingesetzt.
Damals entscheid ich mich vor allem auf Grund der guten Bewertungen und des günstigen Preises für dieses Fischöl.
Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass Krill Öl  sogar noch ein bisschen besser sein soll, allerdings auch ein bisschen teurer.

Es zeichnet sich ein klares Bild ab…Eine letzte Studie möchte ich noch kurz erwähnen, weil sie an dieser Stelle so schön ins Gesamtbild passt:
Man hat 23 000 Mütter von der Schwangerschaft bis zum 5. Lebensjahr ihrer Kinder begleitet und immer wieder über ihre Essgewohnheiten befragt.
=> Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft vermehrt Softdrinks tranken und Fast Food aßen, zeigten in ihren ersten Lebensjahren deutlich häufiger Verhaltensstörungen wie Wutanfälle, Aggression, Symptome von Depressionen und sogar Demenz (!).
Demenz? Überrascht nicht. Schließlich haben wir gerade erfahren, dass das Entstehen von Nervenzellen beeinträchtigt wird und das Gedächtnis geschädigt wird.
Kein Wunder also, dass eine entsprechend gesunde oder ungesunde Ernährung sogar den IQ von Kindern beeinflusst!
Circa drei IQ Punkte Unterschied sei feststellbar bei Kindern im 8. Lebensjahr
…und es gäbe noch viele weitere Beweise für die verheerenden Auswirkungen von Fast Food Konsum. Ich denke wir können es hierbei belassen.

Entscheide für dich…

Wie fühlst du dich nach einem McDonalds Menü? Fühl mal genau hin – gestärkt oder geschwächt?
Warst du schon mal eine Woche lang jeden Tag bei McDonalds?
Ich schon.
Vor vielenJahren, als ich von all dem noch nichts wusste.
Nach dieser Woche ging es mir einfach nur schrecklich. Energielos, schnelle Stimmungsschwankungen, überall schossen Pickel aus der Haut, brauchte mehr Schlaf als üblich UND kam trotzdem träger aus dem Bett.

Sollte Nahrung uns nicht nähren, uns stärken? Sollte unsere Nahrung nicht auch unsere Medizin sein, wie schon Epikur vor 2500 Jahren sagte?
Schließlich bestehen wir aus unserer Nahrung! Umgewandelt wird sie zu unserem Körper!

Es darf nicht sein, dass wir Menschen das einfach missachten.
Es darf nicht sein, dass Nahrung uns heute krank macht anstatt uns zu heilen.
Mach es deshalb in deinem Rahmen besser! Für dich und deine Gesundheit und die Gesundheit der Menschen, die du gern hast.

Was kannst du also konkret tun?
Zur besseren Übersicht möchte ich das getrennt behandeln.
5 mächtige und ungewöhnliche Tipps gegen Fast Food Sucht (Artikel folgt Mai 2017).

Fazit:

Zusammenfassend gesagt, sind die Auswirkungen von Fast Food Konsum weitreichend und schrecklich in ihrer Dimension. Ich habe viel recherchiert für diesen Artikel und denke es dürfte erwiesen sein, dass es erstens süchtig macht und zweitens unser Körper und Geist massiv geschädigt wird.
Fast Food Konsum fördert Schlaganfälle, Krebs, einen hohen Cholesterinspiegel, macht uns dümmer, träger, fauler.
Lässt uns schneller altern, macht uns aggressiver und reizbarer.
Fast Food fördert Massentierhaltungen und das Abholzen des Regenwalds.
Leider ist das keine Übertreibung und ich benutze gerne eine deutliche Sprache um die Realität zu zeigen, wie sie ist.
Über Meinungen und Kommentare freue ich mich, denn natürlich behaupte ich nicht dass dieser Artikel die endgültige letzte Weisheit darstellt 😉

Ein Gedanke zu „Wie Fast Food Konsum Körper & Geist schadet

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