Was ist die spirituelle Depression?

Willkommen! Ich bin Manuel Weber.
Ich hatte mal die Vorstellung, dass beim Aufwachprozess,  wenn das eigene Bewusstsein steigt, ich immer glücklicher werden müsse.
Die Erfahrungen von mir und vielen anderen zeigen doch etwas anderes.  Dafür gibt es einen Begriff, der dieses Phänomen gut trifft und den ich in diesem Artikel näher beleuchten werde: 
Was ist die spirituelle Depression? 
Und warum kommt es dazu?

Lesen oder sehen?

Auf meinem YouTube Kanal gibt es auch ein Video zu diesem Thema, daher lieber lesen oder sehen?

Was ist die spirituelle Depression?

Die Herausforderung der Spiritualität

Auch in der Spiritualität gibt es Vorurteile, z.B. dass der spirituelle Aufwachprozess angenehm ist, im Sinne von: Mehr Bewusstsein = mehr Lebensfreude.
Meine Erfahrung und viele Menschen mit denen ich gesprochen oder von denen ich gelesen haben, legen jedoch etwas anderes nahe.  Das dieser Aufwachprozess oft sehr herausfordernd erlebt wird. Man achte auf die Sprache: Herausfordernd. Man wird gefordert herauszutreten, aus der bisherigen Komfortzone, aus den bisherigen Glaubenssätzen.
Diese herausfordernde Zeit nenne ich die spirituelle Depression

Was ist die spiritelle Depression: Versinnbildlicht…

Versinnbildlichen möchte ich es folgendermaßen: Das unbewusste Leben mit unbewussten Gedanken ist wie ein Plateau. Die Bergspitze in weiter Ferne ist Erleuchtung oder Ekstase. Um dorthin zu gelangen, muss man durch ein Tal hindurch. Der Weg ist anstrengend und auch ein bisschen gefährlich..
Dieses Tal ist die spirituelle Depression.

Sprituelle Depression versinnbildlicht: Plateau, Berg, Tal
Sprituelle Depression versinnbildlicht: Plateau, Berg, Tal

Andere Formen der spirituellen Depression

Dieses Tal muss sich nicht als Depression äußern.
Bei manchen Menschen kommt es als Aggression oder Wut oder anderen Emotionen. Und bei wieder anderen ist das Ganze überhaupt nicht da.

Es kommt auf verschiedene Faktoren an, der wichtigste Faktor ist die bisherige Prägung und Lebensweise.
Also z.B. wenn du bisher sehr ängstlich warst, wird dir dieser ganze Aufwachprozess auch erstmal mehr Angst machen, als jemandem, der immer mutig und abenteuerlustig war.

Gründe für die sprituelle Depression

Spirituelle Depression entsteht aus meiner Sicht aus zweierlei Gründen, die sich gegenseitig verstärken.

1. Die Verwirrung

Kurz gesagt ist der spirituelle Aufwachprozess:  Die Unbewusstheit nimmt ab, die Bewusstheit nimmt zu. U.a. die Bewusstheit darüber, dass wir mehr sind als reine Materie, wie im letzten Video erwähnt. Mehr Bewusstheit Außen und Innen. In allen Lebensbereichen.

Das hat viele Folgen

  • Anerzogene Muster fallen von dir ab, weil sie dir bewusst werden.
  • Gesellschaftliche Konditionierungen fallen weg, weil sie dir bewusst werden. 
  • Alte Ich-Definitionen fallen weg, weil du sie als Illusion erkennst.

Das alleine ist bereits sehr viel zu verarbeiten und braucht Zeit.
Es ist schmerzhaft die eigenen alten Muster, Konditionierungen zu erkennen und sich selbst einzugestehen, dass man Jahrzehnte unbewusst danach gelebt hat. Man braucht Mut sich dem zu stellen und hinzublicken.
Es ist auch herausfordernd, wenn die alten Ich-Definitionen wegfallen.

Neue Fragen kommen auf

Peter ist eben nicht mehr nur der Handwerker aus Berlin, sondern Peter erkennt: Sein Name ist nur ein Etikett, hat nichts mit seinem tiefen Wesen zu tun. Sein Beruf ist wandelbar, der Wohnort wandelbar. Als Kind war er ein anderer und in einem Monat ist er wieder ein anderer.  Was bleibt also? Wer ist Peter eigentlich?

Das war aber die Art und Weise wie er sich 10, 20, 50 Jahre lang definiert hat. So vieles hat er ewig nicht in Frage gestellt und jetzt ist plötzlich alles anders.  … Und das ist verwirrend und herausfordernd.

Das nimmt einem auch ein Stück Sicherheit:
Weniger Sicherheit führt zu Vorsicht.
Vorsicht führt zu Angst.
Angst führt zu Rückzug.

Natürlich ist das nicht bei jedem so, aber es kann eben so sein.
Aber es sind nicht nur die Ich-Definitionen, sondern auch die Definition von anderen Menschen. 

Heuchler in der spirituellen Szene

An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis:
Auch in der spirituellen Szene gibt es Heuchler, die einem Psychopathen näher sind als einem Buddha.
Warum? Weil man auch hier Macht ausleben kann. Weil man auch hier andere Menschen, häufig Frauen, emotional manipulieren kann.
Ich kenne mehrere Beispiele in Indien und Thailand, wo ich lange war.  Und auch hier ist es dann für die Betroffenen sehr schmerzhaft zu erkennen, dass sie sich einem pseudo Guru hingegeben haben. 
Doch auch dies ist Teil der Heilung, denn es ist jetzt erkannt. Vorher war man ge-täuscht, jetzt ist man ent-täuscht. Nicht mehr getäuscht!
Daher dieser Hinweis: Immer selber wachsam bleiben!

Das war der erste Grund für spirituelle Depression, die Verwirrung.

2. Die Reaktion des eigenen Ego

Der zweite Grund ist die Reaktion des Ego auf ein mehr an Bewusstheit, auf den Aufwachprozess.

Das Ego merkt wie es in Frage gestellt wird, weniger Macht hat.  Wie es mit seiner eigenen Auslöschung konfrontiert wird. 
Was passiert wenn man mit der eigenen Auslöschung konfrontiert wird?  Man kämpft ums Überleben. Und man kämpft mit allen Mitteln die zur Verfügung stehen.
Das Ego tut dies in Form von diesen ständigen, zwanghaften Gedanken und kann hier für den logischen Verstand plausible Gründe anführen, warum dieser ganze Aufwachprozess schlecht für dich ist. 

Das Ego nimmt einfach die eben genannte Verwirrung und redet uns dann ein:

“da schau her was dir die Meditation, Yoga, die Bewusstseinserweiterung gebracht hat… verwirrt bist du jetzt…war nicht vorher alles viel besser”

Denken denken denken

Solche oder ähnliche Gedanken kommen in dieser Phase, in der man ohnehin schon verwirrt und herausgefordert ist.
Deshalb sagte ich vorhin, diese 2 Gründe für spirituelle Depression treiben sich gegenseitig hoch.
Und das Ego will uns dazu bringen möglichst alles rückgängig zu machen, aufzuhören mit dem Kundalini Yoga, und uns einfach wieder zu betäuben mit Bier und Fußball. Zurück in das unbewusste Leben auf das Plateau. Das Ego versucht dir einzureden den Berg gibt es gar nicht. Und wenn du darüber hinaus bist und weißt den Berg gibt es, dann kommen Gedanken wie:

“Ja aber der Aufstieg auf den Berg ist zu gefährlich und überhaupt wozu die Mühe?”

Die Struktur des Gehirns

Man muss sich wirklich vergegenwärtigen, dass unser Gehirn sich über lange Zeit entwickelt hat und hauptsächlich an Überleben und Fortpflanzen interessiert ist.

  • Alles neue ist potentiell gefährlich…
  • … wird daher erst einmal kritisch betrachtet. 
  • Das Gehirn vergleicht erst einmal mit vergangen Erfahrungen, mit Vorurteilen.
  • Und vermischt das Ganze noch mit Ängsten, die teilweise gar nicht unsere Ängste sind, sondern die uns anerzogen wurden.

Wenn man all das betrachtet, ist es ganz klar, dass der spirituelle Aufwachprozess nicht leicht ist
Was kann man also tun um mit all dem leicher klarzukommen?

Darum geht es im nächsten Teil dieser Reihe.

Ein Gedanke zu „Was ist die spirituelle Depression?

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